| Im japanischen Garten geht
es weit weniger um den Schmuck der Oberfläche, als darum, was aus dem Boden emporsteigt.
Er vermittelt ein Gespür für die Energie der Lebenskräfte, wobei Felsen und Baumwurzeln
mindestens ebenso wichtig sind wie Blätter und Blüten. Das zentrale Motiv eines japanischen Gartens könnte eine Quelle sein. Ein
Fächerahorn strahlt Ruhe aus und sein Laub beschirmt eine Steinlaterne. Nicht fehlen
sollten "niwaki" Bäume und Gehölze wie Kiefer, Magnolie, Japanische Zypresse
und Prachtglocke. Ohne sie fehlt dem japanischen Garten die Seele. Unter ihrem Dach
dürfen sich "zoki" breit machen - vermischte Pflanzen: Farn schmiegt sich an
die Quelle, Iris lässt ihre Blüten im Frühsommer schweben, Japanische Anemonen im
Herbst. Immer geht es um Details und nie um Blütenmassen. Daher sollten nur Arten
verwendet werden, deren einzelne Blüten, Blätter, Beeren, Früchte oder Herbstlaub den
Blick fesseln und die sich außerhalb dieser Zeit durch ihre ansprechende Gestalt in den
Garten einfügen. Idealerweise lösen sich die Blüten, Beeren und Laub nacheinander ab.
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