| Die Laternen hatten praktische
Zwecke zu erfüllen. Sie wurden bei Einbruch der Dämmerung angezündet, um nicht nur den
Gästen den Weg zu zeigen, auch beleuchteten sie den Garten bei der von Abend bis Morgen
dauernden nächtlichen Teezeremonie, dem sogenannten "Nächtlichen Erzählen". In alten Gartenbüchern ist zu lesen, dass die Laterne in dunklen Nächten
ausreichend Helligkeit verbreiten muss, um ein Stolpern der Gäste zu vermeiden, dagegen
soll in hellen Mondnächten ihr Licht gedämpft sein. "Denn das Laternenlicht darf
die Dunkelheit nicht stören, sondern nur deren Zauber unterstreichen und die Nacht Nacht
sein lassen."
Die steinerne Laterne ist in fünf Teile gegliedert, dem
Schirm -kasa-, der Lichtquelle -hibukuro-, dem Mittelteil -chudai-, dem Stamm -sao- und
dem Sockel -gedai-. Diese Thema bildete die Grundlage einer Fülle von Variationen, der
japanischen Steinbildhauerei. Die Laternenverzierung war häufig mit buddhistischer
Symbolik verbunden. So war der Lotos ein beliebtes Motiv, dessen Blütenblätter Sockel
und Mittelteil dekorierten, während die Spitze als Lotosknospe gestaltet war.
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